Fraktionsvorschau Grüne Solothurn, Mai 2014

Wenn die Politik nicht mehr weiter weiss

Der Regierungsrat erachtet den verschwenderischen Umgang mit Lebensmittel als grosses gesellschaftliches Problem. In seiner Antwort auf eine Interpellation der Grünen Fraktion erachtet er die Tatsache, dass rund ein Drittel der Lebensmittel zwischen Feld und Tisch „verloren“ gehen, als ethisch bedenklich.

Trotzdem sollen keine Massnahmen dagegen ergriffen werden. Der Regierungsrat will keine ordnende öffentliche Hand in privaten Kühlschränken; die Grünen übrigens auch nicht. Weitere Möglichkeiten sieht der Regierungsrat nicht und will das das Problem deshalb privaten und gesellschaftlichen Akteuren überlassen. Zugegeben: Verhaltensänderungen sind schwierig. Aber wie das Beispiel Trinkwasser zeigt, musste der Staat nicht mit unter die Dusche steigen, um den Verbrauch zu senken. Seit Anfangs der Achtzigerjahre ist der Trinkwasserverbrauch in der Schweiz von 500 auf 160 Liter pro Person/Tag gesunken. Vor allem Sensibilisierungskampagnen haben zu diesem Erfolg geführt. Das sollte auch im Lebensmittelbereich möglich sein. Immerhin geht es um rund 2 Millionen Tonnen Nahrungsmittel jährlich, die weggeworfen werden oder verloren gehen; Nahrungsmittel, die andernorts bitter fehlen. Dagegen kann auch die Politik etwas tun. Sensibilisierungskampagnen wären ein guter Anfang. Jedenfalls hat man auch auf Bundesebene begonnen, das Thema Lebensmittelverschwendung zu bearbeiten. Für die Grüne Fraktion ist klar, dass der Kanton Solothurn nachziehen muss.

Für die Grüne Fraktion

Brigit Wyss, Solothurn