Geld oder Leben?

So hiess der provokative Titel der von den Grünen Lebern und Stadt Solothurn gemeinsam organisierten Versammlung vom 4. September im Uferbau. Felix Glatz-Böni führte durch den Abend, der in einer regen Diskussion endete. Impulse lieferten Christa Ammann, Stadträtin, Bern, zum Thema Décroissance und Christoph Pfluger, Verleger «Zeitpunkt», zum Wahnsinn des heutigen Geldsystems.

Christa Ammann
Christa Ammann stellte klar, dass die Zukunft nicht im Wachstum liegen könne. Wir müssen uns Gedanken über die Post-Wachstums-Ökonomie machen, eben über «Décroissance». Es sei nicht so, dass die Wirtschaft an das ewige Wachstum glaube, sondern vielmehr stehe diese unter Wachstumszwang. Sie stellte klar, dass es nicht ohne globalen Ausgleich gehe. Ewiges Wachstum sei schon wegen der beschränkten Ressourcen nicht möglich, scheitere aber auch an den psychischen Möglichkeiten der Menschen –die Zunahme von Depressionen und Burnouts seien Beweis.
Christoph Pfluger
Christoph Pflüger sieht das heutige Geldsystem kollabieren. Schon heute sei die Summe aller Schulden wesentlich höher als die weltweit verfügbare Geldmenge. Mit dem heutigen System werde die Diskrepanz noch ständig grösser. «Im Grunde verschleppen wir den weltweiten Bankrott! Bankrottverschleppung ist aber strafbar.» Es braucht ein alternatives Tauschmittel.
In einer zweiten Runde zeigten die beiden konkrete Ansätze auf, die zwar nicht sofort zum Durchbruch, aber doch in die richtige Richtung führen. Bei der dritten Runde forderte Pflüger die Politiker heraus – er könne Fehler aufzeigen, aber nicht Visionen entwickeln. Das sei Aufgabe der Politik.

Die 3 Nationalratskandidaten Felix Glatz-Böni, Barbara Wyss Flück und Felix Wettstein präsentieren ihre Visionen
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