GR-Wahlen 2013: Die Grünen schlugen Pflöcke ein

Wie schon im Vorfeld der Kantonsratswahlen schlugen die Grünen im Rahmen der Kampagne für die Gemeinderatswahlen erneut ihre Pflöcke ein.

Pflock 1: Grüner Wohnraum statt Stadtmist / Den Grünen ist der Stadtmist nicht egal!

Der erste Pflock wurde am Samstag, 16. März, im Gebiet des Unterhofs eingeschlagen.
Der erste Pflock wurde am Samstag, 16. März, im Gebiet des Unterhofs eingeschlagen.

Die Grünen wollen «Grünen Wohnraum, statt Stadtmist». Sie betonen, dass für sie nur eine vollständige Sanierung des Stadtmists infrage kommt, keine Scheinlösung mit Betondeckel oder Ähnlichem, was zwar wohl kurzfristig billiger, aber auf die Dauer unberechenbar wäre. Die künftige Wohn- und Arbeitszone im Unterhof soll dereinst auf sauberen Boden zu stehen kommen.

Wie sich die Grünen die Entwicklung des Weitblick-Gebietes vorstellen, haben sie schon bei früherer Gelegenheit betont: Sie erwarten innovative Strategien, so zum Beispiel die Schaffung einer Zone für autofreies Wohnen in Norden dieses Bereichs.

Auch für die übrigen Entwicklungsgebiete mit Altlasten im Westen der Stadt fordern die Grünen eine vollständige Sanierung, unabhängig von deren künftiger Nutzung.

Pflock 2: Fusion / Ein Lebensraum – ein politischer Raum

Den 2. Pflock schlugen die Grünen am Donnerstag, 21. März, an der Gemeindegrenze zu Zuchwil ein. Sie betonen die Vorteile der anvisierten Fusion.

Der Pflock wurde an der Stadtgrenze zu Zuchwil in der Nähe der Firma Synthes eingeschlagen.
Der Pflock wurde an der Stadtgrenze zu Zuchwil in der Nähe der Firma Synthes eingeschlagen.

Lebensräume und politische Räume sollten wieder mehr zur Übereinstimmung gebracht werden, fordern sie und befürworten deshalb den angestossenen Fusionsprozess. Sie befürchten mit einer Fusion keinen Demokratieverlust. Im Gegenteil – in verschiedenen Bereichen könnten die demokratischen Gemeindestrukturen sogar gewinnen, denn es müssten weniger Aufgaben an Zweckverbände oder ähnliche Gebilde ausgelagert werden. Auch die Auswirkungen von Umzügen potenter Steuerzahlerinnen wie der Synthes würden dadurch abgefedert. Nicht von ungefähr, wo die Grünen den Pflock zum Thema Fusion eingeschlagen haben.

GR-Pflock 2 Detail

Pflock 3: Mülltauchen gegen Lebensmittelverschwendung / Stopp der Lebensmittelverschwendung – Grüne gehen Mülltauchen

Abfalltonnen voller knackigem Gemüse, reifen Früchten, Milchprodukten und Fleisch – auch in der Schweiz!

Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel sind es jährlich, die in der Schweiz im Müll landen. Die jungen Grünen und Grünen der Stadt Solothurn machen auf diesen Missstand aufmerksam und fordern die «2000-Watt-Gesellschaft statt Verschwendung».

GR-Pflock 3 FoodWaste TeamSamstag, 23. März, 9 Uhr abends. Eine Gruppe Grüner PolitikerInnen versammelte sich vor den geschlossenen Türen einer Lebensmittelfiliale in der Region Solothurn. Das Ziel waren nicht die Warenregale im Geschäft, sondern die grauen Abfalltonnen hinter dem Gebäude. An diesen Tag zeigte sich die Wegwerfindustrie wieder einmal von ihrer krassen Seite. Gemüse und Früchte in allen erdenklichen Farben und Formen lagen in der Tonne: Tomaten, Salat, Pepperoni, Auberginen, Kartoffeln, Äpfel, Birnen. Die Liste wäre noch lang. Sogar Spargeln und Erdbeeren waren in grossen Mengen dabei. Hier kann man sich bedienen, wie am Samstagmorgen auf dem Solothurner Märet: das Angebot ist gross, die Ware frisch und meist unbeschädigt. Kopfschütteln und Unverständnis machte die Runde. Erklären kann man sich diese Wegwerf-Logik nicht.

Die Ausbeute
Die Ausbeute

Die Jungen Grünen sind schon seit längerem im Raum Solothurn mit Mülltauch-Aktionen unterwegs und machen mit Fotos auf die Lebensmittelverschwendung in Social Media aufmerksam. Das  Problem liegt jedoch nicht nur bei den Filialen, sondern auch bei dem Kaufverhalten der Kundschaft und den strikten Auflagen für die Produzenten, was Grösse und Form von Gemüse und Früchten betrifft. Zusammen mit der Mutterpartei fordern die Jungen Grünen die Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft und konstruktive, lokale Lösungen für den Stopp der Lebensmittelverschwendung.

Pflock 4: Sichere Velorouten / Tempo-30-Zonen

Die Grünen fordern mit ihrem letzen Pflock im Rahmen der Kampagne sichere Velorouten und Tempo-30-Zonen auch in der Vorstadt – und setzen sich auch sonst fürs Velo ein.

GR-Pflock 4 doppeltDie Grünen haben sich am Samstag, 6. April, in der Solothurner Vorstadt gleich mehrfach für die Förderung des Zweiradverkehrs eingesetzt. Während mehrere aktive Grüne schon seit Jahren mit zum eingespielten Team des traditionellen Solothurner Velomarktes von VCS und Pro Velo gehören, haben andere im Kreuzackerpark den glücklichen KäuferInnen eines Gebrauchtvelos praktische Grüne Sattelschütze verteilt.

GR-Pflock 4 DetailMit je einem Pflock bei der Krummturmschanze und beim Güggi-Spielplatz fordern sie die Realisierung von Tempo 30 Zonen endlich auch in allen Vorstadtquartieren sowie  durchgehende, sichere Velorouten  für Schüler/innen und alle anderen Alltagsvelofahrer/innen.

Bilanz
Damit war die Kampagne abgeschlossen. Zwar wurde bei den Wahlen kein zusätzliches Mandat gewonnen, aber die 5 Sitze, welche 2009 mit zwei Listen (Grüne/June Grüne) errungen worden waren, konnten mit leicht erhöhtem Stimmanteil (im Vergleich mit den beiden Listen vor 4 Jahren zusammen) als Vollmandate gesichert werden. Punkto Anzahl Mandate sind die Grünen jetzt auf Augenhöhe mit der Traditionspartei CVP, die 2 Sitze verlor.

Die neue Fraktion:

V.l.n.r: Brigit Wyss, Marianne Urben, Marguerite («Miguel») Misteli Schmid, Heinz Flück, Christof Schauwecker (Ersatz), Daniela Gasche (es fehlt Ersatzmitglied Mariette Botta)
V.l.n.r: Brigit Wyss, Marianne Urben, Marguerite («Miguel») Misteli Schmid, Heinz Flück, Christof Schauwecker (Ersatz), Daniela Gasche (es fehlt Ersatzmitglied Mariette Botta)