Leserinnenbrief zum Thema (Frauen)quote

Quote ist für Frauen und Männer

Braucht es die Einführung von Frauenquoten? Sind sie eine Zwängerei? Oder werden sie sogar bewusst nicht gewollt?
Schon beim letzten Mal, als die Quote abgelehnt wurde, ging man davon aus, dass das Ziel ohne Quote zu erreichen ist. Es geht nicht darum, ob Frauen das wollen oder nicht, es ist eine unter anderen Massnahmen, die Gleichstellung von Mann und Frau gesellschaftlich umzusetzen, die in der BV verankert ist. Es geht darum, Frauen die nötige Förderung zu geben, wo diese zur Erreichung der Gleichstellung fehlt. Frauen wollen nicht mehr darauf warten, bis Männer bereit sind, Frauen zu fördern. Es geht nicht um unterschiedliche Werte, von denen in den Leserbriefen (von Männern geschrieben) die Rede ist. Es geht auch nicht um Diskriminierung von Männern oder Frauen. Frauen werden dort bevorzugt, wo die Gleichstellung nicht umgesetzt ist. Die Quote ist ein Muss! Denn nur so verändert sich sukzessive die Gesellschaft. Gleiche Löhne, Teilzeitstellen für Männer bzw. Väter, Infrastrukturen für die Kinderbetreuung, Vater- und Mutterschaftsurlaub sind die Grundpfeiler für die Umsetzung der Gleichstellung. Es liegt nicht an den unterschiedlichen Werten von Mann und Frau (die gibt es schon, aber nicht pauschal), sondern am Willen und den finanziellen Mitteln, die dazu immer wieder fehlen, dass heutzutage nicht mehr Frauen in Chefinnenetagen oder Männerdomänen anzutreffen sind bzw. nicht mehr Männer zuhause den Haushalt machen. Deshalb: Ja zur Männer- und Frauenquote, denn beide Geschlechter profitieren davon!

Christine Reber, Sekretärin und Gleichstellungsbeauftragte