Sessionskommentar Oktober 2019: Probieren geht über Studieren

Von Heinz Flück, Solothurn, Kantonsrat Grüne Kanton Solothurn

Die Regierung ist leider nicht bereit, die hauptsächliche Stauverursacherin in der Strassenverbindung ins Thal in einer Testphase auszuschalten. Man könnte ja feststellen, dass es tatsächlich weniger Stau gibt. Bereits heute geht der Kanton konsequent von falschen Annahmen aus. Er rechnet in seiner Comptersimulation trotz gleichbleibender Zahlen weiter mit einer deutlichen Verkehrszunahme. Damit widerspricht sich der Regierungsrat selber: In seiner Vorlage zur Neuen Regionalpolitik (NRP), über die auch in dieser Session zu entscheiden sein wird, schreibt der Regierungsrat: „Grundsätzlich kann die Förderung der regionalen Wirtschaft dazu beitragen, dass der Gesamtverkehr reduziert wird (mehr regionale Arbeitsplätze, weniger Wegpendler)“. Mit anderen Worten, auch mit einem moderaten Bevölkerungswachstum sollen nicht entsprechend mehr Personen wegpendeln müssen. Eine weitere Reduktion der Wegpendler kann mit einer Optimierung des ÖV erreicht werden, denn die Mobilitätszukunft ist multimodal. Damit das funktioniert, braucht es nicht mehr Strassen, und keinen nostalgischen Weiterbetrieb der OeBB, sondern sinnvolle Kombinationen. Die Thalbrücke ist der durch die Geografie natürlich vorgegebene Ort für eine Verkehrsdrehscheibe. Mit einer in einem engen Takt verkehrenden Pendelbahn Oensingen-Thalbrücke, einer attraktiven ÖV-Umsteige-Drehscheibe und einer guten Park & Ride-Anlage, kann der motorisierte Individualverkehr durch die Klus weiter reduziert werden.