Unterwegs in die digitale Zukunft

An der Veranstaltung vom 22. November 2012 referierte Nationalrat Balthasar Glättli über die digitale Zukunft, die Netzpolitik. Er ist Mitverfasser eines grünen Leitpapiers zu diesem Thema.

Auf lockere Art gelang es Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne, Zürich, den Anwesenden die Chancen und Risiken der sich rasch entwickelnden «Informationsgesellschaft» aufzuzeigen. Obwohl heute alle täglich mit dem Internet arbeiten, Handys benutzen, und mit im Internet produzierten Medienprodukten in Berührung kommen, verhielt sich bisher die Politik so, wie wenn dies alles gar nicht stattfinden würde. Aus diesem Grund gibt es bis heute im Gegensatz zu andern öffentlichen Netzen und Infrastrukturen sehr wenig politische Steuerung und Regelung. Es gelang Glättli aufzuzeigen, warum die Öffentlichkeit ein Interesse haben muss, die Rahmenbedingungen dieser nicht mehr wegzudenkenden Infrastruktur mitzugestalten. Wichtige Forderung in diesem Zusammenhang ist der Erhalt der Netzneutralität, das bedeutet, dass nicht aus kommerziellen oder anderen Gründen der Zugang zu gewissen Daten erleichtert und zu anderen erschwert werden darf. Das konnten auch die Zuhörer/innen, die sich anschliessend rege an der Diskussion beteiligten, nachvollziehen. Ansonsten interessierten sie sich aber weniger für Begriffe wie Datenschutz, Urheberrecht, Open Source usw. Die Grünen setzen sich «naturgemäss» nicht nur mit den virtuellen Aspekten auseinander. Die Internet-Infrastruktur braucht extrem viel Energie und viele Rohstoffe, die zum Teil unter extrem unmenschlichen und umweltschädigenden Bedingungen gewonnen werden. «Wir dürfen hier nicht wegschauen», meinte eine Zuhörerin.

«Wir haben mit dem Internet eine zusätzliche komplette Neztinfrastruktur geschaffen», stellt die grüne Regierungsratskandidatin Brigit Wyss fest. «Was substituieren wir damit, wenn wir gleichwohl nicht weniger herumfahren, immer alles ausdrucken statt vermehrt im ‹Home Office› zu arbeiten? Wo bleibt das versprochene papierlose Büro?» Fazit des Abends: Das Netz produktiv nutzen und dabei eine vernünftige Balance zu finden, das ist die wirkliche Herausforderung von Politik und Gesellschaft.