Wie steht es mit der Umsetzung des Langsamverkehrskonzepts?

Benedikt Affolter, Chef Tiefbau, stellte sich den Fragen der Grünen Stadt Solothurn. Er wies darauf hin, dass neben vielen kleineren Fortschritten mit den fast flächendeckenden Tempo-30-Zonen und der Begegnungszone in der Vorstadt wichtige Massnahmen realisiert worden seien. Versammlungsleiter Heinz Flück gliederte die Fragerunde in die vier Abschnitte Fussgänger, Verkehrsberuhigung, Velofahren und Veloabstellplätze.

Für die Fussgänger wurden verschiedene fehlende Verbindungen aufgezählt. Einige davon sind in Planung, so z.B. der behindertengerechte Ausbau des Westbahnhofs samt der allgemein nutzbaren Unterführung. Viel zu reden gaben vor allem die Trottoirränder. Von den schrägen Pflastersteinen, wie z.B. an der oberen Steingrubenstrasse, sei man wieder abgekommen. Es besteht ein Dilemma zwischen der Tastbarkeit des Randes für Blinde und der zu grossen Schwellenhöhe für Rollator und Rollstühle. Beim der nordseitigen Bushaltestelle Wenigstein werde eine neue Lösung realisiert, die sowohl blindungerecht als auch rollatorgeeignet sei. Diese könnte möglicherweise künftig noch mehr angewendet werden.
Zwar ist schon lange von der Verkehrs Beruhigung auf der Wengistrasse die Rede, doch wird diese erst nach dem Umbau des Postplatzes spruchreif. An der St. Niklausstrasse besteht ein Problem mit den uneinheitlichen Einmündungen. Dort wird aber wohl erst nach dem abschliessenden Entscheid über die Tempo-30-Zone etwas passieren. Das Problem ist im Moment bei den Gerichten hängig.
Für Velofahrer seien viele Radstreifen zu schmal, wurde kritisiert, so insbesondere auch auf der unteren Steingrubenstrasse. Bemängelt wurde hier auch, dass viele Autofahrer, die nach rechts in die Werkhofstrasse einbiegen wollen, den Velostreifen blockieren. Als besonders gefährlich wurde zudem die Ypsomed-Kreuzung taxiert. Die Stadtpolizei hat den Auftrag, die Möglichkeit der Öffnung von Einbahnstrassen für Velofahrer in der Gegenrichtung und der Signalisationsergänzung bei Sackgassen aufzuzeigen. Kritisch scheinen auch Baustellen zu sein, wo oft der Veloverkehr völlig blockiert wird, obwohl das in der Bewilligung anders geregelt war, so beim Umbau des Bootshauses an der Aare oder beim Hotel Krone.
Bezüglich der Veloabstellplätze verwies der Referent auf die Abklärungen wegen der überwiesenen Motion, welche 500 zusätzliche Veloabstellplätze fordert. Dabei seien auch gedeckte Abstellplätze rund um die Altstadt angedacht. Ein Problems die Tasche, dass die Velofahrer kaum bereit sind, ihr Fahrzeug etwas weiter vom Ziel abzustellen und den Rest des Weges zu Fuss zurückzulegen. So würden z.B. die Abstellplätze an der Niklaus Konrad-Strasse und östlich des Bahnhofs wenig genutzt, wogegen die Unterführung ständig überlastet ist.
Ob der Grad der Umsetzung des Langsamverkehrskonzeptes von 2003 überwacht werde, wollte Heinz Flück vom Referenten erfahren. Dieser musste zugeben, dass dies nicht gemacht werde. Die Frage könnte in der laufenden Ortsplanungsrevision eingebracht werden.

Auf einem Stadtplan wurden die kritischen Stellen markiert